Am 4. September 1837 verweilt der Schriftsteller während einer Vergnügungsreise durch Nordfrankreich in dem hübschen Ort, spazierte über die Wehrmauern und aß zu Mittag. Bevor er seine Rückreise nach Paris antrat, machte er noch eine Zeichnung vom Taufbecken in der Abteikirche... Ein kurzer Aufenthalt mit Folgen, denn 25 Jahre später wird die kleine Unterpräfektur zum Schauplatz eines Romanes, der zu den berühmtesten Werken der französischen Literatur des 19. Jahrhunderts zählt!
Seit 1996 erinnert alljährlich Ende Juli/Anfang August eine Ton- und Lichtschau in der Zitadelle an die besondere Verbindung zwischen dem großen Schriftsteller und Montreuil.
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Wenn auch der Regisseur Dominique Martens die literarische Vorlage streng beachtet, gelingt es doch, die Aufführung von einem Jahr zum anderen zu erneuern. Er leitet 450 Freiwillige (davon 300 auf der Bühne) und ist stolz darauf, mit ihnen zu arbeiten.
Wie er sagt, beschränkt sich seine Rolle darauf, die Teams anzuleiten und das Projekt gemeinsam zu verwirklichen: « Es ist ihre Aufführung, sie machen alles! Ich sorge lediglich für die reibungslose Durchführung. In erster Linie besteht die Leitung der Amateure darin, ihre Arbeit zu achten, ihnen zu vertrauen und ihnen jeden Tag ihr Talent zu bestätigen. Das große Projekt der Ton- und Lichtschau Les Misérables wird von einer großen Familie realisiert!»
Häufig übernehmen erprobte Darsteller immer wieder die gleiche Rolle, seit über 13 Jahren wird Jean Valjean von der selben Person gespielt.
An den Vorstellungstagen lebt Montreuil-sur-Mer ganz im Zeichen von Victor Hugo: Im Restaurant wird das Bier « Jean Valjean » serviert, der Konditor macht das Schokoladenkonfekt « Les Misérables » und der Pizzabäcker nennt seine Produkte « Thénardier » oder « Cosette ».
An acht Abenden versammeln sich alljährliche rund 10 000 Zuschauer, um der Amateur-Theatergruppe donnernden Applaus zu spenden.
Photos : Rémi Vimont.