Lille ist der Schauplatz einer der größten Trödelmessen! Alljährlich am ersten September-Wochenende ziehen über 2 Millionen Besucher durch die Straßen der Hauptstadt des französischen Flandern. Es ist die bekannteste Veranstaltung dieser Art, noch weit über die Grenzen Frankreichs hinaus. Die Hotels in Lille und Umgebung sind komplett ausgebucht.
Richtig ernst wird es bei der offiziellen Eröffnung am Samstag um 14 Uhr nach dem Ende des Volkslaufes am Morgen (über 11 000 Teilnehmer). Danach sind die « Schnäppchen-Jäger » nicht mehr zu bremsen. Sie bestürmen dieVerkäufer, die in der Regel neben ihren Ständen im Zelt oder ihrem Lieferwagen übernachten.
Das Ganze geht dann bis zum Sonntag um 23 Uhr. Ausgerüstet mit Rucksack und der unumgänglichen Taschenlampe ziehen die Leute von Stand zu Stand, um das begehrte Objekt zu finden. Würden die Trödelmarkt-Besucher alle Stände ablaufen, hätte sie eine Strecke von 100 km zu bewältigen! Da Fußgänger an diesen Tagen die Stadt beherrschen, ist von einer Anfahrt mit dem Auto absolut abzuraten. Jeder Tröderfan begibt sich auf die Suche nach dem lang gesuchten, raren oder originellen Objektes seiner Begierde, um dann stolz mit seiner Beute von dannen zu ziehen. Jedes Stadtviertel hat seine besonderen Spezialitäten, Trödel, Antiquitäten und Flohmarkt-Gegenstände, bis hin zu edlen Läden mit vollen Auslagen.... Es gibt hier alles und für jeden Geschmack....
Die Besucher kommen zur « Schnäppchen-Jagd », aber auch, um die traditionellen Muscheln mit Pommes zu essen. Das typische Gericht wird an diesem Wochenende in allen Restaurants, Gaststätten und Kneipen der Stadt besonders reichhaltig serviert.
Vor den Fassaden werden zusätzliche Bänke aufgestellt, damit alle Besucher ihren Hunger stillen können. Jedes Jahr werden über 500 Tonnen Muscheln gegessen.
Für die Gastwirte wird es zu einem Wettstreit. Sie türmen vor der Tür die Muschelschalen auf, die eine beeindruckende Höhe erreichen.
Auf der Esplanade neben der Zitadelle wird ein Jahrmarkt mit 180 Attraktionen aufgebaut, die das äußerst ungewöhnliche Wochenend-Ereignis zusätzlich beleben.
Photos : Rémi Vimont.