Die Festlichkeiten markierten einst auch den Beginn des Fischens in isländischen Gewässern, wenn die Fischer ihre Familien für längere Zeit - manchmal für immer - verlassen mussten. Den Höhepunkt beim Karneval von Dunkerque bildet der Faschingsdienstag, « Mardi Gras ». Aber auch an den beiden Vortagen ziehen maskierte Gruppen durch die Straßen. Es sind drei glorreiche Karnevalstage. Allerdings werden schon vor und nach dem berühmten Dienstag Faschingsbälle im gesamten Stadtgebiet gefeiert.
Die von einem Tambourmajor angeführten « Bandes » sind typisch für den Karneval in Dunkerque, bei dem es weder Tanzgruppen noch Umzugswagen gibt, sondern nur die Menge in Faschingskostümen: Beliebt ist bei Männern, sich als Mädchen zu verkleiden und umgekehrt.
Alle sozialen Schichten der Stadt machen bei diesem allgemeinen, lustigen Wirrwarr mit. Ohne Komplexe werden die Rollen getauscht. An diesen Tagen kann man durchaus einen « Carnavaleux » als Pin-up-Girl auf hohen Absätzen durch die Straßen eilen sehn.
Mit « Chahut » wird das gegenseitige Schubsen und Schieben der in einer Reihe eingehakten Teilnehmer bezeichnet. Es steht im Mittelpunkt der drei tollen Tage in der ehemaligen Korsarenstadt. Am Sonntag gibt die « Visscherbende » (Fischerbande) den Ton an, am Montag ist es die « Bande de la Citadelle » (Hafenviertel) und schließlich am Dienstag die « Bande de Rosendaël ».
Der Ablauf ist beim « Carnaval de Dunkerque » unverändert gleich! Auf ein Trompeten-Signal setzen sich die vorderen Reihen, die « Berguenaere », mit ihren bunte Regenschirmen an langen Griffen hüpfend in Bewegung. Die Spitze des Umzuges bestimmt den Schritt, während die folgenden Reihen, untergehakt und sehr kontaktfreudig, kräftig nachschieben! Dann setzt sich die ganze Horde zur Pfeifenmusik wieder in Marsch. Fallen dann die anderen Instrumente ein, erfolgt das nächste, fröhliche Schieben, ein « Chahut ».
Jede Karnevalsgruppe hat ihre besonderen Gepflogenheiten. Dazu gehört, dass der Bürgermeister der Stadt am Sonntag eine halbe Tonne - verpackter - Heringe auf die, unter dem Balkon des Rathauses versammelte, Menge wirft. Die Bande der « Masquelours » hat sich beim Umzug auf kurzen Halt (« Chapelles ») in Kneipen und bei Privatleuten spezialisiert, die ihnen gern etwas zum Trinken anbieten. Am Dienstag, dem letzten Tag des Karnevaltreibens geht es besonders hoch her..... denn alle « Bandes » versuchen, sich zu übertreffen, damit der jeweilige Karneval zur Legende wird.