Dieser originelle Belfried zählt zu den ersten großen Türmen der Region, wobei die Stadt Saint-Riquier im Jahre 1126 ihre Gemeindecharta erlangte.
Der unglücklicherweise viel zu nahe an der einflussreichen Benediktinerabtei der Stadt aufgestellte Turm wurde aufgrund der eifersüchtigen Forderungen der Abte zerstört, um im Jahre 1283 an seinem derzeitigen Platz wieder aufgebaut zu werden.
Der genauso wie die zum Burgund gehörende Stadt selbst teilweise von den Truppen von Ludwig XI. im Jahre 1475 zerstörte Turm wurde erst nach 53 Jahren wieder vollständig aufgebaut.
Der ein Jahr vor der Französischen Revolution restaurierte Belfried erlangt seinen heutigen Aspekt, bei dem Sandstein und Kalkstein ganz harmonisch miteinander kombiniert werden. Die heutige, aus dieser Zeit stammende Mauerkrone beherbergt Magdalaine, eine im Jahre 1571 gegossene Glocke.
Ebenso wird der Kerker im Jahre 1788 zugeschüttet, der ein unheilvolles, unterirdisches Versteck bei bestimmten Verurteilungen bildete. Bis zum Jahre 2005 wurde einer der Säle des Belfrieds, das sogenannte „auditoire“ (Verhörsaal) weiterhin vom Rathaus verwendet, das dort Hochzeiten zelebrierte und Gemeinderatssitzungen abhielt.