Bis zum 13. Jahrhundert sowie aufgrund der Versandung der Somme - Bucht bildete die historische Hauptstadt der Region von Le Marquenterre einen aktiven Seehafen. Der erste Belfried der Stadt wurde zu dieser Zeit errichtet.
Dieser Ende des Hundertjährigen Krieges wieder aufgebaute Turm muss bis zum 19. Jahrhundert auf seine neogotischen Anbauten warten, wodurch der ursprünglich eher rustikale Aspekt des Belfrieds deutlich verschönert und abgerundet wird.
Die befestigte Stätte Rue wurde auf Befehl von Colbert niedergerissen. Als Wachturm erwartete den Belfried normalerweise das gleiche Schicksal; jedoch konnten die Mauern des Belfrieds durch dessen zuvor erlangten Gemeindestatus vor dem Abriss bewahrt werden. Zudem versammelten sich die Schöffen bis ins 19. Jahrhundert in diesem Turm.
Im größten Erkerturm des Belfrieds ist ein Kerker eingerichtet worden, in dem Graffitizeichnungen der ehemaligen Gefangenen auf den Wänden zurückgeblieben sind.
Im Erdgeschoss ist der Saal des ehemaligen Friedensgerichtes zu sehen, der seit dem Jahre 1902 mit großen Wandteppichen geschmückt ist, auf denen das ländliche Leben in Rue zu Beginn des 20. Jahrhunderts dargestellt wird, bei denen es sich wiederum um Werke eines lokalen Künstlers handelt.