Die unweit von den Niederlanden errichtete Stadt Lucheux wurde ehemals von Mauerwerk umgeben. Da die Stadt über diese Stadtmauern hinauswuchs, wurde eines der Stadttore im Jahre 1380 zum Gemeindeturm erhoben.
Es heißt, dass Jeanne d’Arc dort vor ihrer Ankunft in Rouen vor ihrer Hinrichtung eine Nacht verbracht haben soll. Ebenso heißt es, dass Ludwig XI., ein großer Jagdliebhaber in der Region, in diesem Belfried im Jahre 1464 den sogenannten „Edit des Postes“ zur Einrichtung der Neuzeitlichen Staatlichen Post unterzeichnet haben soll.
In diesem Schriftstück wurden die vier Poststätten eingerichtet, in denen die Pferde für den Transport des Schriftverkehres des Königs gehalten wurden. Dieser eher kriegerisch aussehende Belfried konnte seinen ursprünglichen, aus der Vergangenheit stammenden Charme bis in die Gegenwart bewahren.
Das Dach des Türmchens wird von Dachziegeln aus Nussbaumholz abgedeckt und die Turmuhr wird alle acht Tage von einem Mitarbeiter der Gemeinde wieder aufgezogen. Ebenso ist zu vermerken, dass die 8 000 Schriftstücke, die die Archive der Lehnsherrschaft von Lucheux bilden, dort im Jahre 1993 noch vollständig vorhanden waren !