Die gemütlich auf dem Lande gelegene Stadt Doullens befand sich ehemals an der Grenze des Französischen Königreiches und der Spanischen Niederlande. Was wiederum die zahlreichen aufeinander folgende Zerstörungen des ursprünglich aus dem Jahre 1275 stammenden Belfrieds erklärt.
Der heutige Belfried, der Anfang des 17. Jahrhunderts errichtet wurde, bildete den Sitz des Schöffengerichtes (dem heutigen Gemeinderat). Der Kardinal von Richelieu sowie danach Ludwig XIV. und dessen Sohn machten diesem Belfried, der gleichzeitig Wachturm, Wächter der Gemeindeglocke, Gefängnis und Kapelle war, alle Ehre.
Die aus Ziegelstein und Steinen „mit Erhebungen“ errichtete Fassade verfügt im Erdgeschoss über ein Portal sowie auf der Freitreppe über drei Tore, darunter das Ehrentor, das sich in der Mitte der Tore befindet.
Im ersten Stock lassen sechs Fenster das Tageslicht in die Kammer der Prevotalgerichtsbarkeit und in die Stadtkammer ein, die seit der Revolution zugemauert sind. Entlang des Gebäudes verläuft ein im Stil der Fassade errichteter Turm gen Himmel. Dieser Turm steht als Symbol für die Gemeindefreiheit. Hierbei handelt es sich mehr oder weniger um den zivilen Glockenturm !