Der “Ch’Bédouf”, wie der Belfried von den Einwohner von Amiens liebevoll bezeichnet wird, stammt aus einer langen Reihe durch Kriege zerstörter Belfriede.
Das Fundament, das einer richtigen Festung ähnelt, stammt aus dem Jahre 1408, die Mauerabdeckung stammt aus dem Jahre 1988 und wurde auf der Grundlage der identischen Arbeitsvorlage des Architekten Beffara im Jahre 1753 erbaut. Diese barocke Kuppel wurde von der Bevölkerung ehemals nicht gerne gesehen, sie galt als “Seringue de Gargantua” (Spritze von Gargantua).
Nach Ablauf dieser Epoche nimmt der Belfried eine außergewöhnliche, 11 Tonnen schwere große Glocke auf, die im Jahre 1940 verschwindet. Für den Einbau der Glocke Marie-Firmine müssen eine Mauer niedergerissen sowie Wölbungen gebohrt werden, wodurch eine noch heute sichtbare Schauöffnung entsteht, die das Tageslicht hereinstrahlen lässt.
Das Gebäudeinnere gestaltet sich eher untypisch, die Nordseite verfügt über vier Stockwerke aus dem 15. Jahrhundert und die Südseite über drei Stockwerke aus dem 18. Jahrhundert! Der Belfried dient bis zum Jahre 1932 als Gefängnis, auch wenn schon seit langer Zeit keine Gefangenen mehr in den in 4,5 Meter Tiefe gegrabenen Kerkern gefangen gehalten wurden.