Dieser aus dem Jahre 1209 stammende Turm zählt zu den ältesten Belfrieden Frankreichs. Wie durch ein Wunder wurde im Jahre 1040 lediglich der obere Teil des Turmes zerstört, während die restliche Stadt durch Bombenhagel große Schäden erleiden musste.
Der im Jahre 1986 restaurierte Belfried beherbergt zwei aus Boufakir (Algerien) stammende, von Max Lejeune, dem Minister der Sahara und dem damaligen Bürgermeister der Stadt, nach Abbeville mitgebrachte Glocken.
Auf der an der Spitze des Belfrieds angebrachten Windfahne ist Guillaume Talvas, Graf von Ponthieu, auch als „Longue Epée“ (langer Degen) bezeichnet, zu sehen, der den Bürgern im Jahre 1130 das Recht einräumte, die Gemeinde mit Stadtrechten zu versehen.
Auch wenn der Belfried von Abbeville mit keiner Turmuhr ausgestattet ist, so verfügt er auf der westlichen Fassade auch weiterhin über eine Sonnenuhr. Jedoch ist der Holzkäfig mit Oberlicht, der mit vier Ketten an der Wölbung des unteren Saales aufgehängt wurde, nicht mehr vorhanden. In diesem Käfig wurden früher die “Verrückten” eingesperrt.
Der obere Saal wiederum enthält Graffitizeichnungen aus dem 15. und dem 16. Jahrhundert. Auf dem alten Stein kann insbesondere die Darstellung einer Kreuzigung erkannt werden.