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Postkarte in Schwarzweiß - Erinnerung an die Braderie auf der Grand-Place

Einmal Bradeux ... immer Bradeux

„Bradeux“ nennen sich im 15. Jh. die Diener, die während der Braderie Plunder, Möbel und nicht mehr ganz neue Sachen, Kleidung, Geschirr, Sachen ihrer Herrschaft verkauften und sich damit etwas verdienten. Im 19. Jahrhundert werden Bürger und Straßenhändler zu diesen neuen zufälligen, nicht professionellen Händlern. Heute verkauft man alles, man kauft alles, jeder von uns kann eines Tages zu einem Ausnahme-Händler werden. Stammbesucher bestellen jedes Jahr lange im voraus ihren Platz und stellen in der Nähe ihres Stands ihr Zelt oder Wohnmobil auf. Traditionsgemäß verkaufen sie ihren wundersamen Fang billig in einem festlichen Ambiente.   

Gemälde von F. Watteau, Braderie an der Place du Théâtre in Lille
  • La Braderie, Gemälde von François Watteau
  • © Ville de Lille

Muscheln und Fritten: Kulinarisches Dekor

Achtung, zur Braderie gehört auch die Pause „Muscheln und Fritten“, ohne sie wäre alles schade, ja fast eine Beleidigung. Das extravagante Ritual gehört zum Dekor, einem der kulinarischen Zeichen von Lille, das es seit dem 15. Jh. gibt.  Praktisch alle Restaurants in Lille - der Spezialist heißt „Aux moules“ - bewahren diese volkstümliche Tradition und zeigen sie stolz auf ihrer Speisekarte. Händler, Sammler und Besucher verzehren annähernd 500 Tonnen Muscheln und 30 Tonnen Pommes frites - die Zahlen sprechen Bände. Die Braderie, „Moule-frites“ ohne Ende! Auf den Straßen sieht man vor den Restaurants Berge von leeren Muschelschalen. Ein nicht alltägliches Bild, wenn Sie nicht aus der Gegend sind. Wundern Sie sich nicht, es ist Tradition. 

Ein Haufen leerer Muschelschalen beim Restaurant „Aux moules“
  • Ein Haufen leerer Muschelschalen beim Restaurant „Aux moules“
  • © Daniel Rapaih - Ville de Lille

Zubereitungszeit

30 Minuten

Schwierigkeit

leicht

Garzeit

10 Minuten

Kosten

€€

Zutaten

2 kg Muscheln ● 80 g weiche Butter ●  100 g Zwiebeln ●  ¼ Bund glatte Petersilie ● 2 Knoblauchzehen ● 30 cl helles Bier ●  6 Prisen feines Salz ●  10 g grobes Salz

Zubereitung

  • Muscheln säubern, Verbindungen zwischen den Muscheln entfernen, dann zweimal in kaltem Salzwasser waschen. Kühl stellen.
  • Zwiebel schälen und fein würfeln. Petersilie waschen, Blätter fein hacken, Stängel beiseite stellen.
  • In einer großen Kasserole mit der Hälfte Butter und einer Prise Salz die Zwiebeln leicht anschwitzen. Petersilienstängel, ganze Knoblauchzehe und Lorbeerblatt zufügen. Mit Bier aufgießen. Sobald es kocht, Muscheln zugeben und zudecken, dann umrühren und Petersilie zufügen. Nochmals 2 Minuten lang kochen.
  • Sobald sich die Muscheln öffnen, Kochvorgang stoppen.
    Die Muscheln sofort mit frischen Pommes frites servieren!
Die Dame hat Moule-frites und Bier bestellt und freut sich darauf
  • „Moule-frites“-Pause
  • © Laurent Ghesquière